Paartherapie

100_2060Ein immer häufiger nachgefragtes Angebot ist die Paartherapie.

Viele Paare erkennen die Wichtigkeit des gemeinsamen Problemlösens erst in Krisensituationen. Oft ist dann der Weg zur Paartherapie der anscheinend letzte Ausweg. Interessant dabei ist, dass es meistens schon lange vorher Anzeichen für Probleme in der Partnerschaft gegeben hat. Vielleicht hat man sogar schon von Beginn weg, als noch alles rosarot erschien, einschneid- ende Fehler im Umgang miteinander und mit sich selbst als Teil der Partnerschaft gemacht.

Nachstehend möchte ich einige Hinweise geben, wann Paartherapie zur Klärung bestimmter Fragen des Zusammenlebens oder auch in Krisen-Situationen hilfreich sein kann bzw. welche Zeichen schon lange vor der Krise auf „Sand im Partnerschafts-Getriebe“ aufmerksam machen können:

  • die Grundwerte und die Weltanschauung
  • die Haushaltsführung
  • die Verwaltung der Finanzen
  • die Kindererziehung
  • die Freizeitgestaltung
  • Freunde und Bekannte
  • die Gewährung persönlicher Freiheiten
  • die Sexualität
  • die Ursprungsfamilie des Partners

.. und daraus folgend: Verletztheit, Enttäuschung, Wut, Trauer, Eifersucht, Macht, …

Natürlich ist jedes Paar und jede Beziehung anders. Trotzdem haben Paartherapeuten eine Liste von Merkmalen erstellt, an denen man ablesen kann, ob in einer Beziehung Probleme erkennbar sind:

  • Geheimpläne und einsame Entscheidungen

    Wichtige Entscheidungen ohne Absprache, Zukunftspläne, in denen der Partner keinen Platz hat, häufiges Sprechen über Trennungsmöglichkeiten, nicht eingelöste Versprechen.

  • Mangelnde Loyalität

    Wiederholte Untreue, andere Prioritäten (Beruf, Hobby, andere Menschen) gehen immer vor, der Partner ist nicht auf der Seite seines Partners, sondern verbündet sich mit Dritten (Schwiegereltern, Freunde etc.) und der andere steht isoliert da.

  • Kontrolle und Verunsicherung

    Meinungen und Gefühle können nicht frei geäußert werden, weil man Angst hat vor der Reaktion des anderen. Ein Partner kann nicht auch seinen eigenen Interessen nachgehen, ohne dass der andere beleidigt ist, wütend wird oder versucht, Schuldgefühle zu erwecken (“Wenn du mich wirklich lieben würdest …”)

  • Respektlosigkeit

    Alle Formen der “Nacherziehung”, bei denen einer versucht, den Partner zu verändern (“Lies doch mal ein vernünftiges Buch!”), persönliche Entscheidungen für ihn zu treffen (“Ich habe dir einen Hometrainer gekauft.”) oder wissen zu wollen, was für ihn/sie gut ist (“Ab heute kochen wir vegetarisch.”) Auch entwertende Kritik gehört dazu (“Das ist mal wieder typisch für dich”, “Was kann man von einem Mann/Frau schon anderes erwarten” oder “Ich verstehe nicht, wie man an sowas Spaß haben kann.”)

  • Aufkommende Verachtung

    Menschen, die ihr Leben nicht im Griff haben, ihre Gefühle und Impulse nicht beherrschen können und sich in bestimmten Situationen eher kindisch oder pubertär anstatt erwachsen verhalten, riskieren, die Achtung des anderes zu verlieren.

  • Große Unterschiede in der Lebensplanung

    Hier geht es um die gegenseitigen Vorstellungen bezüglich wichtiger Paarthemen (Kinder, Karriere, Rollenbilder, Geldbedarf und -verwendung, religiöse Orientierung etc.) Zwar sind hier auch Kompromisse möglich, doch wenn die eigenen Vorstellungen wichtiger genommen werden als die Beziehung zum Partner, wird es gefährlich.

  • Fehlende Gemeinsamkeiten

    Das was eine Beziehung lebendig erhält ist vor allem der Austausch. Also das was man miteinander teilt, worüber man gerne miteinander spricht, was man gerne zusammen unternimmt. Wenn hier die Interessen zu sehr auseinander liegen, gibt es wenige Berührungspunkte.

  • Mangel an Humor

    Gemeinsam lachen zu können lockert feste Standpunkte und reduziert Stress. Hilfreich dafür ist ein gesundes Selbstbewusstsein, mit dem man nicht immer Recht behalten muss. Und wo man einen Standpunkt auch mal aufgeben kann ohne zu befürchten, dass man deswegen gleich untergeht.

  • Körperliche Distanz

    Hier geht es darum, ob man den Partner gerne riechen kann (im wahrsten Sinne des Wortes), ob man gerne seine Nähe sucht und Berührungen (vor allem auch nicht-sexuelle) gerne austauscht. Mit dem Körper reagieren wir unbewusst schneller auf Störungen in der Beziehung, die uns vielleicht noch nicht bewusst sind (“Eigentlich müsste ich glücklich mit ihm/ihr sein, aber wenn er/sie mich berührt …”)

 Wenn mehrere dieser Merkmale auf Ihre Beziehung zutreffen, sollten Sie handeln.

Zum Beispiel, indem Sie offene Gespräche führen, in denen Sie Ihre Beobachtungen und Ihre Besorgnis darüber ausdrücken. Ob und wie Ihr/e Partner/in auf diese Gesprächswünsche reagiert (“Was du schon wieder hast!” “Wenn dich das stört, ist das dein Problem”) ist mitunter ein weiteres Warnzeichen.

Nachdem Sie nun diese Zeichen kennen, ist es sehr wahrscheinlich, dass das eine oder andere Anzeichen in Ihrer Beziehung er- kennbar ist. Solange es bei einem oder zwei Kennzeichen bleibt, und Ihre Kommunikation grundsätzlich funktioniert, können und sollen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner darüber sprechen.

Wenn sich allerdings die Unstimmigkeiten immer mehr häufen, und es sich nicht einmal mehr reden lässt über Probleme, dann wäre es gut, eine dritte Person als Mediator, Coach, Therapeut ins Spiel zu bringen.

Vom Ablauf her ist es sinnvoll und möglich, eine Beratungssequenz von 5,10 oder 15 Einheiten á 90 Minuten, wöchentlich bis 14-tägig zu fixieren.

Es kann gut sein, dass es sich als sinnvoll erweist, zwischendurch immer wieder mit den Partnern getrennt zu arbeiten. Dies erfolgt dann in Einzelsitzungen á 50 Minuten.

Was kann nun die Paartherapie leisten?

  • Verbesserung Ihrer partnerschaftlichen Kommunikation
  • Erhöhung Ihrer gemeinsamen Genussfähigkeit
  • Erweiterung Ihrer Kompetenz im Familienmanagement
  • Entwicklung der partnerschaftlichen Kreativität
  • Gegenseitiges Verständnis und Verbesserung des Umgangs mit unterschiedlichen Charakterzügen
  • Aufbau eines besseren und konstruktiveren Zeitmanagements im Familiensinn
  • die Gewährung persönlicher Freiheiten
  • Sensibilisierung für die gemeinsame Erotik und Sexualität
  • Förderung einer sinnvollen und lösungsorientierten Konflikt- und Streitkultur
  • Perfektionierung Ihrer gemeinsamen Problemlösungen

Der Preis für je 5 Sequenzen á 90 Minuten beträgt € 900,-, eine einzelne Sitzung € 200,-.

Eine Einzelstunde kostet in Verbindung mit der Paartherapie € 100,-.